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Detlef Strohmeier           Maler & Lackierer - Bodenverlegearbeiten

Raumgestaltung mit Tapeten

Mit Tapeten lässt sich der Eindruck eines Raumes entscheidend prägen. Struktur, Farbe, Motiv oder Musterung, Größe der Musterung und Verlaufsrichtung von Streifen haben erhebliche optische Effekte, die einem Raum ein gewünschtes Ambiente verleihen können, es aber auch zerstören können - wenn man nicht sorgfältig plant und auswählt.
Unter gesundheitlichen Gesichtspunkten ist außerdem relevant, dass keine leichtflüchtigen oder mittelflüchtigen Stoffe enthalten sind, die die Raumluft belasten können. Tapete nimmt viele Quadratmeter in unserer Wohnung ein, daher handelt es sich um eine sehr bedeutende Fläche, die unser Wohnklima mitbestimmt.

Tapeten lassen sich unterteilen nach:

  • Basismaterial: "Raufaser" (Papier und Holzspäne), Metall, Kunststoff, Papier, Leder, Seide, Textil, Velours, Kunststoff ...
  • Farbgebungsverfahren: Lacktapete, Tiefdrucktapete, Siebdruck-Tapete, Fototapete ...
  • Besondere Anwendung: Elektrosmog-Tapete, Wärmedämmende Tapete, waschfeste Tapete, Makulatur (Unter-Tapete)...


Prinzipiell gilt, dass besondere Eigenschaften durch besondere Materialien, vor allem Kunststoffe, erzielt werden. Gerade bei Wischbarkeit und Abwaschbarkeit sollten Sie zurückhaltend sein und zweimal überlegen, ob die Eigenschaft wirklich nötig ist.

Gestaltung mit Tapeten:
Da sich das menschliche Auge leicht täuschen lässt, kann man den optischen Eindruck eines Raumes mit wenigen Mitteln verändern und Mängel ausgleichen. So gewinnen beispielsweise leblose, langweilige Räume durch Kontraste. Dunkle, lichtarme Zimmer wirken durch heitere, leichte Tapeten heller. Ein niedriger Raum kann durch senkrecht gestreifte Tapeten "erhöht" werden. Ein hoher Raum wirkt niedriger, wenn eine Tapete mit betont waagerechtem Muster geklebt wird oder zwischen Decke und Tapete ein Fries bleibt. Ein kleiner Raum wirkt durch helle und kleingemusterte Tapeten größer. Große Räume werden durch farbkräftige, großgemusterte Tapeten verkleinert.

Papiertapete

Papiertapeten stellen mengenmäßig den größten Anteil. Die Fond-Tapete, bei der ein vollflächiger, lichtbeständiger Grundfarbton - der Fond - aufgetragen wird, ist meistens mit einem Muster bedruckt. Sie kann auch mit einer Gaufrage-Walze leicht geprägt sein. Preise und Qualität variieren bei dieser Tapete stark. Die Verklebung erfolgt mit normalem Kleister.

Raufasertapete

Die Raufasertapete besteht aus zwei Papierschichten mit Holzfaserzusätzen. Je nach Form und Größe der Holzfasern unterscheidet man zwischen fein, mittel, grob und verschiedenen Sonderkörnungen. Raufasertapeten sind mit Dispersions-, Kasein- und Leimfarbe überstreichbar und mit Spezialkleister zu verkleben.
Raufasertapeten lassen sich mehrfach überstreichen und bieten daher eine lange Haltbarkeit gegenüber gemusterten Modellen, die bei den ersten Anzeichen der Unansehnlichkeit heruntergerissen und ersetzt werden müssen. Raufasertapeten sind daher - abhängig auch von der verwendeten Farbe - auch eine umweltschonende und geldsparende Variante. Durch Wischtechniken kann der Farbe auch eine gewisse Abwechslung verliehen werden.

Textiltapete

Bei den Textiltapeten werden textile Materialien wie Baumwolle, Seide, Jute, Leinen oder Kunstfasern wie Viskose auf Papierträger aufgebracht. Sie sind manchmal auch bedruckt.
Textiltapeten aus Naturfasern haben durch die grosse, offenporige Oberfläche ein gutes Wasseraufnahmevermögen und sind daher in der Lage, das Raumklima ausgleichend zu beeinflussen. Von daher sind sie baubiologisch vorteilhaft. (Kunstfasern haben ein geringeres Wasseraufnahmevermögen).

Allerdings sind die bei Textiltapeten eingesetzten Stoffe, auch wenn das Grundmaterial Naturfasern sind, nicht unbedingt schadstofffrei. Die unzähligen chemischen und physikalischen Behandlungen, die bei Textilien möglich sind, können Sie im Kapitel Textilveredlung nachlesen. Daneben sind Behandlungen mit hydrophobierenden oder flammhemmenden Mitteln und Fungiziden möglich.
Außerdem müssen Textiltapeten wegen Ihres Gewichts mit Dispersionsklebern angebracht werden, was kurzfristig eine höhere Schadstoffbelastung als bei Tapetenkleister bedeutet, und abzulösen sind sie schwerer.

Vinyltapeten

Vinyltapeten - oft auch als Dekor-, Relief- oder Strukturtapeten bezeichnet - sind Tapeten mit einem hohen Anteil an PVC. Das hat Nachteile nicht nur für die Umwelt, sondern auch für Ihr Wohnklima:

  1. Die Fähigkeit Ihrer Wände, die Feuchtigkeit zu regulieren, geht durch die Kunststoff-Haut verloren. Es kann zu erhöhter Luftfeuchtigkeit kommen, im schlimmsten Fall zu Schimmelproblemen (nicht nur an der Tapete, eher in Zimmerecken etc.)
  2. Die meist geschäumte Oberfläche der Tapete ist sehr groß und kann enthaltene Schadstoffe in großer Menge abgeben. Das können sein:
    • Weichmacher
    • Flammschutzmittel
    • Konservierungsstoffe
    • u.a.
  3. Vinyltapeten sind offensichtlich zuweilen am Entstehen des sogenannten " Fogging "-Phänomens beteiligt.

Sie gehen also mehreren möglichen Problemen aus dem Weg, indem Sie Vinyl-Tapeten nicht kaufen.

Vliestapete

Relativ neu auf dem Markt sind Viles-Tapeten.
"Die Vlies-Tapete wird unmittelbar von der Rolle trocken auf die eingekleisterte Wand aufgebracht und abgeschnitten. Bei einer späteren Renovierung lassen sich die Tapetenbahnen trocken und rückstandsfrei wieder abziehen. Geprägte Marmoreffekte und schimmernde Pastell-Dessins stehen ebenso zur Auswahl wie alte Maltechniken, Tiefdruck und Schaum auf Vlies. Dazu abgestimmte Borten als Friese oder Sockeltapeten bereichern diese schwere Tapete."
(Presseinfo Messe Stuttgart zur "Raumtrend 99")

Der entscheidende Vorteil ist also die Verarbeitungstechnik. Statt dem Einkleistern der Wand (mit der Rolle) kann durchaus die Tapete selbst (wie bei herkömmlichen auch) eingekleistert werden, die Einweichzeit entfällt dabei.
Die Grundmaterialien der Vilestapete sind Textil- und Zellulosefasern, daneben die verschiedensten Pigmente, Druckfarben oder sogar Schäume. Vliestapeten gelten als belastbar und sehr haltbar, auch was die Farbechtheit und die Dauerhaftigkeit des Drucks angeht. Die Vorteile auf einen Blick:

  • Einfache Verarbeitung
  • Zuschnitt direkt an der Wand
  • hohe Gestaltungsvielfalt
  • Belastbarkeit
  • extrem einfaches Ablösen bei späterer Renovierung.

Nachteile der Vliestapete sind:

  • Kleister mit höherer Klebkraft nötig, da die Tapeten schwer sind
  • (Bisher) unklare Zusammensetzung bezüglich Fasern und Zusatzstoffen
  • einige Vliestapeten neigen zum Durchschimmern, daher ist eventuell ein Vorstrich nötig (der mit seiner 6-8stündigen Trockenzeit die Zeitersparnis wieder auffressen kann).

Wenn Sie sich für eine Vliestapete entscheiden, achten Sie genau auf den Neugeruch und vertrauen Sie nicht darauf, dass der in wenigen Tagen weg ist.
Versichern Sie sich, dass die Ware PVC-frei ist.

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